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8Feb '12

Urheberrecht im Internet: Übernehmen fremder Bilder/Inhalte

Immer wieder ist es anzutreffen, dass von fremden Webauftritten dort vorhandene Bilder schlichtweg übernommen werden. Dies trifft auch häufig auf Inhalte, also textliche Gestaltungen oder grafische Gestaltungen zu.

Insbesondere vor der Übernahme von Bildern, auch Herstellerfotos, kann nur gewarnt werden. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass an Bildern jeweils ein Urheberrecht besteht. In aller Regel hat also ein Fotograf ein solches Foto gefertigt und dieser Fotograf hat – ähnlich wie der Produzent eines Songs – ein Urheberrecht daran. Seit einigen Jahren und gerade in letzter Zeit ist festzustellen, dass diejenigen, die Urheberrechte an solchen Fotos haben, das Internet systematisch durchforsten nach Fotos, deren Urheberrecht ihnen zusteht und die schlicht kopiert wurden. Dies gelingt mittels einer entsprechenden Software. Insbesondere die Firma Getty Images, die weltweit der größte Inhaber von Urheberrechten ist und entsprechende Fotografen vertritt, verfolgt diese Angelegenheit mit Nachdruck.

Kann man noch bei privaten e-bay Anzeigen etc. davon ausgehen, dass keine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, so dürfte bei Webauftritten im gewerblichen Bereich ein solches Argument selbstverständlich nicht mehr durchstehen.

Dabei kann die Angelegenheit recht teuer werden. Bereits für kleine Fotos werden bei längerfristiger Nutzung Gebühren bis zu 400,00 € als Lizenzgebühren fällig. Die Lizenzgebühr verdoppelt sich hier als sogenannter „Verletzerzuschlag“. Dies ist höchstrichterlich anerkannt. Daneben kommen dann Kosten für eine Unterlassungserklärung etc. hinzu, sodass das Kopieren eines einzelnen Fotos also bereits teuer sein kann.

Zu berücksichtigen ist insbesondere, dass auch nicht gewerbliche Verkäufer, d.h. Verkäufer die rein privat ein Produkt über e-bay verkaufen wollen, eine Urheberrechtsverletzung begehen, wenn sie hierfür ein fremdes Foto, wie z.B. ein Herstellerfoto verwenden. Bereits die einmalige Verwendung eines einzigen Fotos kann vergleichsweise teuer werden. Aufgrund der Einführung des § 97 a Abs 2 UhrG besteht heute zwar nicht mehr wie früher die Gefahr, dass sofort Anwaltskosten in Höhe von mehreren Hundert Euro für die Abmahnung zu zahlen sind, wenn bei einem Privatverkauf ein fremdes Foto verwendet wird. Denn § 97 a  Abs. 2 UrhG legt fest, dass für eine erste Abmahnung in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung lediglich Anwaltskosten in Höhe von höchstens 100,00 € verlangt werden können, sofern ein privates Geschäft vorliegt. Gleichwohl können natürlich noch die zu zahlenden Lizenzgebühren bzw. Schadenersatzansprüche in entsprechender Höhe dazu kommen.

Zu beachten ist hierbei auch, dass die Gerichte bei der Anwendung des § 97a Abs. 2 Urhebergesetz teilweise sehr restriktiv vorgehen. So wurde bereits mehrfach geurteilt, dass die Anwaltskosten nicht auf 100,00 € zu begrenzen seien, da keine unerhebliche Rechtsverletzung vorliege, beispielsweise, wenn in einer Auktion mehrere Fotos verwendet wurden oder der Privatverkäufer gar mehrere Fotos in mehreren Auktionen verwendete.

Auch die vollständige Übernahme fremder Texte etc. kann gegen das Urheberrecht verstoßen, sofern die Texte eine entsprechende „Gestaltungshöhe“ aufweisen, also nicht alleine technisch beschreibend sind. Wir jedenfalls der Text eines Webauftrittes und die Bilder übernommen, so wird man von einer wettbewerbswidrigen Handlung ausgehen müssen, die auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt.

Zu empfehlen ist also, einen eigenen Text zu entwickeln und Fotos selber zu machen. Sollte dies nicht möglich sein, so sollte man sich stets vergewissern, dass man insoweit das Lizenzrecht von dem Fotografen oder dem berechtigten Verwerter erhält. Nur so kann man sich im Übrigen dann auch effektiv wehren, sofern wiederum andere den eigenen Webauftritt kopieren.

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Carmen Wehrend
E-Mail: Carmen.Wehrend@ra-lbg.de
Internet: www.ra-lbg.de
Tel: +49 (451) 28 06 10

1 Kommentar


8. Februar 2012 um 13:44 Uhr
Martin Kudritzki sagt:

Die Erstellung von Bild- und Textmaterial ist oftmals ein Problem. Bei der Beschaffung von Fotos ist es – in Ermangelung von eigenem Material – ggf. hilfreich auf z.B. http://www.istockphoto.com/ zurückzugreifen. Hier können – gerade für das Internet – sehr kostengünstig qualitativ hochwertige Bilder erworben werden. Fragen Sie einfach Ihren Spezialisten…!


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