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24Apr '09

Übernehmen und Kopieren fremder Bilder und Inhalte

Immer wieder ist es anzutreffen, dass von fremden Webauftritten dort vorhandene Bilder schlichtweg übernommen werden. Dies trifft auch häufig auf Inhalte, also textliche Gestaltungen oder grafische Gestaltungen zu.

Insbesondere vor der Übernahme von Bildern kann nur gewarnt werden. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass an Bildern jeweils ein Urheberrecht besteht. In aller Regel hat also ein Fotograf ein solches Foto gefertigt und dieser Fotograf hat – ähnlich wie der Produzent eines Songs – ein Urheberrecht daran. Seit einigen Jahren und gerade in letzter Zeit ist festzustellen, dass diejenigen, die Urheberrechte an solchen Fotos haben, das Internet systematisch durchforsten nach Fotos, deren Urheberrecht ihnen zusteht und die schlicht kopiert wurden. Dies gelingt mittels einer entsprechenden Software. Insbesondere die Firma Getty Images, die weltweit der größte Inhaber von Urheberrechten ist und entsprechende Fotografen vertritt, verfolgt diese Angelegenheit mit Nachdruck.

Kann man noch bei privaten e-bay Anzeigen etc. davon ausgehen, dass keine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, so dürfte bei Webauftritten im gewerblichen Bereich ein solches Argument selbstverständlich nicht mehr durchstehen.

Dabei kann die Angelegenheit recht teuer werden. Bereits für kleine Fotos werden bei längerfristiger Nutzung Gebühren bis zu 400,00 € als Lizenzgebühren fällig. Die Lizenzgebühr verdoppelt sich hier als sogenannter „Verletzerzuschlag“. Dies ist höchstrichterlich anerkannt. Daneben kommen dann Kosten für eine Unterlassungserklärung etc. hinzu, sodass das Kopieren eines einzelnen Fotos also bereits teuer sein kann.

Auch die vollständige Übernahme fremder Texte etc. kann gegen das Urheberrecht verstoßen, sofern die Texte eine entsprechende „Gestaltungshöhe“ aufweisen, also nicht alleine technisch beschreibend sind. Wir jedenfalls der Text eines Webauftrittes und die Bilder übernommen, so wird man von einer wettbewerbswidrigen Handlung ausgehen müssen, die auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt.

Zu empfehlen ist also, einen eigenen Text zu entwickeln und ggf. Fotos selber zu machen. Sollte dies nicht möglich sein, so sollte man sich stets vergewissern, dass man insoweit das Lizenzrecht von dem Fotografen oder dem berechtigten Verwerter erhält. Nur so kann man sich im Übrigen dann auch effektiv wehren, sofern wiederum andere den eigenen Webauftritt kopieren.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Volker Gloe
E-Mail: Volker.Gloe@ra-lbg.de
Internet: www.ra-lbg.de
Tel: +49 (451) 28 06 10

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