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14Jan '10

Warum sieht die Milchtüte so billig aus?

…oder: Was das Erscheinungsbild über Ihr Produkt aussagen kann

Heute in der Mittagspause war ich wieder bei dem Lebensmittelhändler meines Vertrauens. Ziel heute: 1 Liter Milch. Also, auf geht’s. Und da standen sie wieder und buhlten um meine Kaufgunst: Milchpackungen unterschiedlichster Anbieter. Mal länger haltbar, mal mehr Fett, mal weniger Fett oder noch weniger Fett und… günstiger und teurer. Und das nicht nur an den Preisschildchen erkennbar, sondern auch schon an den Verpackungsfarben und -aufdrucken: Die Günstigeren sahen auch nach nichts aus…

Also, schnell eine von den Günstigen gegriffen – wird schon alles gleich schmecken. Ran an die Kasse, Milch bezahlen, höflich den Bong mitnehmen, um diesen dann unmittelbar danach an der eigens dafür eingerichteten „Schmeiß-weg-oder-pack-ein-Station“ in den Trichter mit dem blauen Schlitz zu werfen. Und wieder passierte es: Erst nachdem mein kleiner Fetzen im blauen Schlitz verschwand, las ich wieder den Text darüber: „Plastikmüll“! Ein Blick auf den gelben Schlitz: „Papier“.

Was wir daraus für unser Marketing lernen können:

Farben und Formen beeinflussen nicht nur unsere Wahrnehmung, sondern prägen auch unser Handeln. Das Herden- und Gewohnheitstier Mensch lässt sich jahrelang einbläuen, dass blaue Mülltonnen für Papier sind und gelbe Säcke den Plastikmüll enthalten.

Ähnliches gilt für die Milchtüten – mein Handeln wurde mitunter durch den Packungsaufdruck beeinflusst: Sieht die Packung einfach und billig aus, ist der Preis nur noch Makulatur. Mein Kopf sagt mir gleich: Billige Packung, billiger Inhalt, mehr Geld im Geldbeutel.

Also lernen wir zweierlei: Wenn der Mensch an eine bestimmte Wahrnehmung gewöhnt ist, sollten wir dieser folgen und dem entsprechen. Sicher: Schocker und absichtlich „falsche“ Darstellungen können für Aufmerksamkeit sorgen – in meinem Fall hat es mich aber nur geärgert, da es sich um einen alltäglichen Vorgang handelte. 

Zudem lernen wir bzw. wussten eigentlich auch davor schon, dass wir das Attribut „günstig“ nicht nur durch den Preis beeinflussen können, sondern auch die Darbietung eines Produktes dieses maßgeblich vorgeben kann. Warum sonst flattern uns immer wieder unzählige, vermeintlich schlecht gemachte Werbezettel in den Briefkasten? Ganz einfach: Weil sich hier jemand Gedanken gemacht hat und uns das „günstig“ noch visueller darstellen wollte oder die Agentur hat den Flyer einfach nur verbockt. Egal wie: Nicht selten erwischen wir uns dabei, dass wir diese doch so günstig aussehenden Produkte kaufen, wenngleich sie doch eigentlich gar nicht günstig sind. Oder wir uns scheuen, einen hochwertig aussehenden Artikel für kleines Geld zu kaufen – das kann einfach nichts sein.

Machen Sie es besser!

Es grüßt Sie herzlich
und fragt sich, warum man tatsächlich immer an der falschen Kasse steht

Ihr Nico Erhardt
E-Mail: N.Erhardt@online-werbung.de
Tel: +49 (451) 280 80-16

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