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…oder wie Farben und Marken Respekt oder andere Eigenschaften vermitteln können!

Als vor einigen Jahren erstmals in Hamburg die neuen Polizei-Uniformen in Blau eingeführt wurden, fand ich das persönlich genau richtig: Weg vom tristen Grün-Khaki, hin zum modischen Blau. Weg von dem konservativ, langweiligen Image – hin zum überzeugenden Auftritt der Exekutive. Kleider machen eben Leute, das war schon immer so und gilt auch für die Berufskleidung.

Das Ergebnis in meinen Augen: Mehr Respekt und Ansehen, was diesem Berufszweig gut zu Gesicht steht und allen Polizistinnen und Polizisten zu gönnen ist. Wollte ich doch selbst mal nach der Schule zu den Ordnungshütern und wäre sicherlich auch froh über den Farbwechsel gewesen.

Gleiches gilt für die Mobilität der Ordnungshüter/innen in Blau: In Hamburg fährt die Staatsgewalt in schicken, neuen E-Klassen vor – sicherlich eine weitere Anerkennung den Beamten gegenüber und eine weitere Möglichkeit der Respektvermittlung. Eine Praxis, die hier nun aber auch schon einige Jahre so gelebt wird.

Dass noch nicht alle Bundesländer in Blau unterwegs sind, lag bzw. liegt – meinem Wissen nach – an finanziellen Aspekten und sollte sich nach und nach „beheben“: Berlin führt den Farbwechsel z.B. noch in diesem Jahr durch, so zumindest die offiziellen Meldungen.

Bei den Kfz sieht das Leben dann aber schon etwas anders aus: Rollt in Hamburg der Mercedes und in Bayern z.B. der BMW über die Straßen, so kann sich die Landespolizei in Schleswig-Holstein aktuell über den Wechsel von einem Volkswagen Passat Variant hin zum Ford Focus Turnier „freuen“. Für die Kollegen in Zivil bzw. von der Kripo gibt es einen Gang mehr: Den Ford Mondeo Turnier…

Nun kommen mir zwei Fragen in den Kopf, die sicherlich auch bei den Betroffenen heiß diskutiert werden: Warum bekommen die, die in der Regel weniger an Bord haben müssen, das größere Auto? Und warum ist es ausgerechnet ein Ford geworden!?

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich möchte weder eine Lanze für Volkswagen brechen, noch behaupten, dass dieser oder der allgemeine Ford ein schlechteres Auto wäre. Ich möchte aber behaupten, dass es „bessere“ Möglichkeiten gegeben hätte, unseren Freunden und Helfern mit einem fahrbaren Untersatz auszustatten. Ob nun aus Platz- oder auch Ansehensgründen…

Heikel: Bei der Entscheidung vor 3-4 (oder waren es doch mehr?) Jahren, in Schleswig-Holstein auf den Volkswagen zu setzen, soll Mercedes damals ein günstigeres Angebot unterbreitet haben! Die Entscheidung für den VW soll dann unter dem Aspekt „Der Bürger wird sonst denken, wir haben zu viel Geld“ getroffen worden sein. So, so – wie weise.

Was wir daraus für unser Marketing lernen können:

Dass eine Stadt einen Marketingbeauftragten haben sollte (also jemanden, der wirklich davon etwas versteht und nicht nur nebenbei mit erledigt), ist soweit bekannt und klar und sicherlich auch schon tlw. gelebte Praxis. Der ein oder andere Beitrag in diesem Blog kratzt ja auch an diesem Thema.

Wie sieht es aber mit der Landesregierung und entsprechenden Stellen aus? Haben die eigentlich jemanden, der auf eine entsprechende Vermarktung, Distribution oder PR achtet?! Wenn ja, haben wir hier, glaube ich, ein kleines Definitionsproblem und/oder Qualitätsproblem.

Dieser Marketingberater hätte dann bei der Wahl des Kfz vermutlich anders entschieden: Er hätte sich zur Stützung und zur Stärkung des Respekts für Mercedes entschieden (PR / Kommunikationspolitik und ein Stück weit auch Distributionspolitik), hätte finanziell günstiger gehandelt (Preispolitik) und wäre gleichzeitig in die Offensive gegangen und hätte die Entscheidung für Mercedes öffentlich gemacht und begründet (Kommunikationspolitik). Unter dem Strich hätte er dann „die Polizei“ neu aufgestellt (Produktpolitik / Kommunikationspolitik) und damit – herzlichen Glückwunsch – die 4 Ps des Standard-BWL-Marketings erfüllt… So halbwegs und mit etwas Phantasie zumindest…

Egal wie, wir lernen, dass auch hier Entscheidungen auf einer Ebene bzw. unter einem Gesichtspunkt weitreichende Auswirkungen in anderen Belangen haben können und daher wohl überlegt werden wollen. Darüber hinaus lässt sich an diesem Beispiel auch gut darstellen, wie Farben und Formen auf uns wirken bzw. welche Aussage sie, ohne weitere Kommentare, an uns übermitteln.

Also, denken Sie bei der Zusammenstellung Ihrer nächsten „Unternehmensuniform“ an diesen Beitrag und gönnen Sie Ihren Mitarbeitern ein schickes und damit auch sicheres Auftreten!

Es grüßt Sie herzlich
und wäre auch heute noch manchmal gerne bei der Polizei

Ihr Nico Erhardt
E-Mail: N.Erhardt@online-werbung.de
Tel: +49 (451) 280 80-16

XING-Profil von Nico Erhardt aufrufen

Ein witziges Gimmick: der F.A.Z.-Schreibstiltest zeigte Ähnlichkeit zu Sigmund Freud – so, so…:

Sigmund Freud

Danke für den Tipp: http://saimalkan.posterous.com/ich-schreibe-wie-goethe-sagt-die-faz

1 Kommentar


4. November 2010 um 23:18 Uhr
Olaf Schmidt-Stohn sagt:

…ja,ja – so unterschiedlich ist die menschliche Wahrnehmung: Ich habe den Umstieg auf die andere Uniformfarbe ganz und gar nicht begrüsst, denn die vormalige Uniform liess mich einen Polizisten schon von weitem als einen solchen erkennen, während ich die Damen und Herren in ihrer heutigen Tracht meist zuerst für Angestellte eines privaten Sicherheitsdienstes halte, denen ich nicht den gleichen Respekt entgegenbringe, wie ihren verbeamteten Pendants. Nur der Umstand, dass ich mich i.d.R. an die Gesetze halte, hat mich bisher vor unangenehmen Folgen dieser fatalen Verwechslung bewahrt…:-)


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