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20Jul '10

Welche Farbe hat Ihr Asphalt?

…oder wie sehr auch uninteressante Dinge ihren Einfluss haben können!

Der harte Winter ist bereits einige Tage her, die Auswirkungen als solche sind mancherorts in Bezug auf die Straßenverhältnisse aber noch immer zu spüren. Hinzu kommt der alltägliche Schlagloch- und Straßenriss-Wahnsinn und jetzt zu allem Überfluss auch noch die brütende Hitze, die die Straßen sprichwörtlich zum Schmelzen bringt.

Das Ende vom Lied ist das, oft finanzbedingte und an sich auch sinnvolle, Flicken der Straßen – nicht selten mit einer Haltbarkeitsgarantie von maximal einem Winter. Was mich bei diesen Arbeiten aber immer wieder wundert oder sagen wir besser stört: Der offensichtliche Flickenteppich. Schwarz, Grau, Rot – jeder Teer-, Bitumen-, Beton- oder was auch immer Klumpen, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist, wird auf den Boden planiert.

Das Resultat: Ein Schachbrettmuster ohne wirkliche Struktur.

Nun sicherlich, der ein oder andere mag sich fragen, ob es nichts Besseres zu diskutieren gibt und gilt, als die Farbe des Straßenbelags. Und ich würde dann darauf antworten: “Ja, aber!”.

Ich bin gedanklich bei volkswirtschaftlichen Einflüssen durch vermeintliche Kleinigkeiten wie die Farbe des Straßenbelags. Ähnlich wie bei dem – ebenso unter finanziellen Aspekten – ewiglich in die Länge gezogene Martyrium eines Autobahnbaus, sehe ich hier nicht zu unterschätzende Auswirkungen.

Denn überlegen Sie sich kurz: Wenn wir im privaten Umfeld anfangen, etwas zu flicken, dann achten wir darauf, dass der Flicken zum Rest passt. Ausnahmen bestätigen á la Patchwork sicherlich die Regel. Bei Zahnersatz, dem Teppich zu Hause, dem Lackstift fürs Auto oder auch der eigenen Wandfarbe setzen wir aber in der Regel den Anspruchsregler auf “Das darf keiner merken”.

Und warum? Sicherlich, weil wir uns oder unsere Umgebung damit einfach angenehmer gestalten wollen. Wir uns also damit deutlich wohler fühlen. Vielleicht auch umsorgter. Und wir wollen anderen gegenüber nicht (negativ) auffallen.

Und was passiert, wenn wir das nicht schaffen? Es stört, es nervt, es bereitet Unbehagen – es fällt auf!

Was wir daraus für unser Marketing lernen können:

Wir betrachten diesen Bereich im Hinblick auf zwei mögliche Zielgruppen dieses Beitrags: Die Stadtverantwortlichen unter Ihnen mögen die Macht solcher Kleinigkeiten nicht unterschätzen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Da die Flickerei auf unseren Straßen bereits als normal gilt, schaffen es die Städte aufzufallen, die es besser machen – Also nicht, wie so häufig die, die es schlecht machen. Hier sehe ich also Potenzial, eine Stadt gefühlt attraktiver zu machen.

Für alle anderen unter Ihnen möchte ich folgendes Fazit ziehen: Auch die Kleinigkeiten des Alltags können unterschwellig negativ und positiv wirken. Das wissen wir sicherlich alle, schätzen aber dann doch oft die Tragweite dieser Kleinigkeiten nicht ein oder empfinden bestimmte Kleinigkeit als zu unwichtig und zu klein. Auswirkungen sehe ich im alltäglichen Leben, bei der Arbeit und – in diesem Zusammenhang – auch den allgemeinen Eindruck, den wir auf Kunden machen.

Und für einen ganz kleinen Teil unter Ihnen, der sich ggf. mit dem Straßenbau auseinandersetzt und innovativ weiterdenkt: In der farblichen Anpassung des Straßenbelag in Bezug auf das Umfeld, sehe ich eine Marktlücke, die viele Städter freuen dürfte. Also, ran an den Speck und Ideen entwickelt!

Oder gibt es das schon, nur keiner kann und will sich das leisten? Ich wage zu zweifeln…

Es grüßt Sie herzlich
und schaut nach Vorgabe meines damaligen Fahrlehrers immer artig auf die Straße

Ihr Nico Erhardt
E-Mail: N.Erhardt@online-werbung.de
Tel: +49 (451) 280 80-16

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