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25Jan '16

Was kann der klassische Einzelhandel vom Modell des Curated Shopping lernen?

von: · Kategorie: Marketing-Alltag, Online-Welt · Schlagworte:

Seit einigen Jahren sind die Unternehmen Outfittery und Modomoto am Markt unterwegs und beraten Männer beim Einkauf von Kleidung. Die Idee ist denkbar einfach und doch genial: Männer gehen i.d.R. nicht gerne Mode einkaufen. Unter der Woche keine Zeit, am Samstag ist lieber Familie und Freizeit oder Vereinssport auf dem Programm.
Darüber hinaus benötigen viele Männer Beratung und Hilfe bei der ästhetischen Kombination von Farben und Kleidungstilen. So werden die (Ehe-)Frauen entlastet und müssen nicht mehr alleine für die Männer shoppen, in der Folgewoche die Ware zum Fachgeschäft zurücktragen, etc. All das erledigen die Curated Shopping-Anbieter.

Das Procedere ist denkbar einfach. Ist der Bedarf erst einmal entdeckt, geht man auf die Internetseite, füllt persönliche Informationen über Größen, Farbfreudigkeit, Geldbeutel, Einstellungen bzgl. Kleidungsstil und Experimentierfreudigkeit aus und schon kann es losgehen.

Outfittery in Kürze:

 

Es werden 2-3 Outfits komplett von den Schuhen bis zum Halstuch zusammengestellt. Das Paket wird mit Sorgfalt und einer persönlichen, handgeschriebenen Nachricht versehen und auf den Weg gebracht. Zuhause hat Mann dann in Ruhe Zeit, das Paket auszupacken, alles anzuprobieren und entweder zu behalten oder mit Kritik (Farbe, Größe, Stil, was auch immer) zurückzuschicken. Die Retouren werden  besprochen, damit die nächste Box erfolgreicher (für beide Seiten) ist. Das passiert über Telefon, oder bei Outfittery seit neuestem über Whatsapp. Über diesen Kanal können Kunden auch einen Stil an ihre Stilberater senden, der ihnen gefallen hat (in Kaufhäusern oder anderweitig) und so ein konkreteres Eigenprofil erstellen, mit dem die Curatet Shopping-Anbieter/die Stilberater dann besser arbeiten können.

Meine Eigenerfahrung dazu: Ich habe das persönlich einmal ausprobiert. Mein Stilberater von Outfittery hat genau die richtigen Fragen in einem persönlichen Telefongespräch gestellt, das wir vor der Zusammenstellung der ersten Box hatten. So ist es dem Stilberater gelungen wirklich gute und für mich passende Outfits zusammenzustellen. Die erste Box habe ich fasst komplett behalten. Umsatz für Outfittery ca. 1000 Euro (brutto). Immerhin! Bei der Beratung und der Mühe zahlt man auch gern mal den regulären Preis für die Schuhe oder die Hose und lässt dann Schnäppchen auch mal sein.

Outfittery und Modomoto haben nach eigenen Angaben bereits jeweils 200.000 Kunden glücklich gemacht. Das ist in der kurzen Zeit (z.B.: Start Modomoto 2011) eine sehr erstaunliche und respektable Leistung.

Gründerin Anna Alex von Outfittery über ihren Curated Shopping Dienst:

 

Hinter den Kulissen von Modomoto:

 

Linh Nguyen und Tanja Bogumil haben die Konzepte und unter Kisura (www.kisura.de) für Frauen adaptiert. Nina Böing  hat mit Kindhochdrei das Ganze für Kinder durchgespielt. Es tut sich was, in der Online-Handel-Gründerszene.

Der klassische Einzelhandel fängt an zu reagieren: Peek  & Cloppenburg hat seit März letzten Jahres eine Stilbox entwickelt und stellen aus 300 Kollektionen und 20.000 Artikeln für Männer kostenlos 2 komplette Outfits zusammen. Das kann der geneigte Kunde sich entweder nachhause schicken lassen oder er holt es in einer Filiale selbst ab. Ein schönes Mittel der Kundenbindung. Auch Zalando hatte im Mai 2015 nachgezogen.

Es sind Ideen für den stationären Einzelhandel gefragt, wie er seine bestehenden Kunden an sich bindet und ggf. sich auch weitere Zielgruppen erschließt. Der Ansatz muss hier im Online-Bereich gesucht und eine Lösung gefunden werden. Eine ausgefeilte Online-Marketing-Strategie ist an dieser Stelle hilfreich. Bestehendes nutzen, um Neues aufzubauen! Unternehmertum und Mut zu neuen Ideen sind gefragt!

Die Umsätze im Onlinebereich werden auch in diesem Jahr wieder steigen. Während 2014 noch knapp 43 Milliarden Euro vom Handel im B2C Bereich umgesetzt wurden, waren es 2015 knapp 53 Milliarden Euro. Für 2016 werden ca. 65 Milliarden prognostiziert.

Es ist also an der Zeit für den Einzelhandel sich dringend konzeptionelle Gedanken für die eigene Online-Strategie zu machen. Dabei kann auf vorhandene Offline-Strukturen zurückgegriffen werden. Da haben es die etablierten Unternehmen einfacher als die StartUps von heute. So können Umsätze künftig gehalten oder gar noch verstärkt werden. Wer seine Kunden künftig online nicht erreicht und an sich bindet, wird zunehmend auch im Offline-Handel ins Hintertreffen geraten.

Es grüßt Sie herzlichst

Ihr
Martin Kudritzki

E-Mail: M.Kudritzki@online-werbung.de
Tel: +49 (451) 280 80-22

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